Direkt zur Portalnavigation Direkt zur Hauptnavigation Direkt zum Inhalt
Barrierefrei zugänglich durch Technik und Textgestaltung
.

Espresso-Interview mit Michael Weber, Städtischer Verkehrsdirektor Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg

Michael Weber, Städtischer Verkehrsdirektor Congress- und Tourismus-Zentrale NürnbergMichael Weber
Städtischer Verkehrsdirektor
Congress- und Tourismus-
Zentrale Nürnberg.

In Nürnbergs Altstadt begegnet man der Vergangenheit auf Schritt und Tritt. Welches Stück aus der Geschichte mögen Sie am liebsten?

Ein Lieblingsplatz ist die Kaiserburg. Das Wahrzeichen der Stadt zeigt das damalige Spannungsfeld zwischen den mächtigen Burggrafen und der genau so mächtigen freien Reichsstadt sehr deutlich auf. Der Ausblick von der Burg spannt auch den Bogen über die ganze Geschichte der Stadt, bis in die neueste Zeit hinein. Das zweite Spannungsfeld, das ich sehr schätze, sind die beiden protestantischen Hauptkirchen St. Sebald und St. Lorenz. An ihnen zeigt sich, wie ökumenisch die Reformation in Nürnberg abgelaufen ist. Gäste halten sie auf den ersten Blick oft für katholische Kirchen, denn in beiden sind Zeugnisse katholischer Frömmigkeit vorhanden: das Sebaldusgrab und der Engelsgruß. Sie sind Zeichen eines versöhnlichen Gemeinschaftsgedankens, der sich in Nürnberg bis heute erhalten hat. Und beweisen, wie schlau die Patrizier waren, mit der Reformation nicht gleich wieder aus den Kirchen rauszureißen, was sie 20 Jahre vorher gestiftet hatten.

Was ist für Sie das wichtigste am gegenwärtigen Geschehen in der Altstadt?

Dass sie eine lebendige Altstadt ist, mit einer Mischung aus Leben und Arbeiten, sich wohl fühlen und den Geschäften nachgehen, Staunen, Kultur, Veranstaltungen und Shopping, was auch für den Städtetourismus entscheidend ist. Kein Tourist kommt her, um bei den großen Marken einzukaufen, die finden sie überall. Die Menschen kommen, um Orte und Läden aufzustöbern, die für jede Stadt und eben hier für Nürnberg einzigartig sind. Zu dieser Mischung gehört auch, dass die dramaturgische Kurve zwischen laut und leise in der Altstadt erhalten bleibt. Es ist gut, dass der Sebaldusplatz und der Klarissenplatz leisere Zonen sind, wo man zum geistigen Durchschnaufen kommt, während auf dem Hauptmarkt immer etwas los ist, am liebsten mit den bunten Marktständen.

Wie sehen Sie die Altstadt in Zukunft?

Ich denke, dieser Mix bleibt erhalten. Ich wünsche mir, dass die Stadt dann noch ein wesentliches Stück sauberer ist. Und ich hoffe, dass die Pegnitz zur Attraktivität der Altstadt besser einbezogen wird. Wir sind eine Stadt am Fluss und haben aus diesem Kapital bisher viel zu wenig gemacht. Am früheren Schuldturm, jetzigen Bar Celona, gibt es einen sehr schönen Biergarten direkt am Wasser, wo man gerne sitzt. Das ist ein gelungener Anfang.

Das Interview wurde am 29.10.09 im Café Conditorei Neef geführt und von Elisabeth Kramer-Haetinger aufgezeichnet.

.
.