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Frühling in der Altstadt

Altstadt-Magazin Nürnberg März 2010 OstermarktAlles rund ums Ei und darüber hinaus gibt es auf dem traditionellen Ostermarkt.
Foto: Nürnberger Märkte

Jetzt sieht man endlich wieder Licht am Ende des (Arbeits-)Tages! Nun hält es keinen mehr drinnen! Erde, Sonne, Wasser und Luft locken und machen gute Laune. Auch in Nürnbergs Altstadt blüht das Leben auf und lädt in farbenfroher Vielfalt ein, jeden Augenblick zu genießen. Auch wenn sich der März noch oft als Winter verkleidet, der April gern launisch ist und der Wonnemonat Mai sich nicht immer wonnig zeigt: Das Leben ist wieder bunt! Kaum ein Ort in Nürnberg eignet sich so, das zu beobachten, wie der Hauptmarkt. Das Wasser fließt am Schönen Brunnen, alle Händler sind zurück, die Auswahl wieder viel größer, das Publikum zahlreicher. Und es ist wieder Zeit für den jahrhundertealten Ostermarkt.

Ostermarkt: der Erste im Jahr und älteste der Stadt

Jedes Jahr im Frühling findet der Ostermarkt statt, heuer wieder vom 19. März bis zum Ostermontag, den 5. April. Der "Häferlesmarkt", wie er im Volksmund auch genannt wird (Häferl: süddeutsch für Tasse oder Nachttopf) ist die erste Marktveranstaltung im Jahr. Er bietet alles, was den Frühling allgemein und das Osterfest insbesondere noch viel schöner werden lässt: Holz-, Emaille- und Haushaltswaren, Keramik, Textilien (wohl nirgendwo gibt es eine solche Auswahl an Kittelschürzen!), Süßwaren, Bücher und Artikel des täglichen Bedarfs. Und natürlich Osterdekoration: Hasen, Eier, Küken, Blumen. Ein Höhepunkt des Ostermarktes sind die "Hasengärtle". Aus Schwaben und aus Franken ist seit dem 19. Jahrhundert der Kinderbrauch überliefert, am Karsamstag aus dem ersten Frühlingsgrün, Moos und Stroh ein Nest oder "Hasengarten" anzulegen, in die der Osterhase dann die Eier legen konnte. Diese "Hasengärtle" gab es in Nürnberg auch auf Rädern, um versteckte Eier leichter einsammeln zu können. Lange Jahre waren sie vergessen, dieses Jahr hat sich Familie Stühler wieder angemeldet, um ihre liebevoll in Handarbeit gestalteten Werke auf dem Ostermarkt anzubieten. Foto WochenmarktWenn es keine Sonderveranstaltung gibt, lockt der bunte Wochenmarkt.
Foto: Walter Pusch

Für die Besucher, die gleich am Eröffnungstag um 14.30 kommen, singen Kinder Frühlingslieder und es gibt kleine Überraschungen zum mitnehmen. Ein Besuch am Sonntag lässt sich mit einem Stadtbummel kombinieren, denn der 21. März ist wieder verkaufsoffener Sonntag. Und eine Woche später, am 27. und 28. März, ergänzt der Kunsthandwerkermarkt die rund 80 Stände des Ostermarktes. So gut wie jeder Stand bietet hier die Möglichkeit zuzuschauen, auszuprobieren, mitzumachen. Filzer, Drechsler, Töpfer, Hutmacherin, sogar der selten anzutreffende Brettchenweber hat seine Teilnahme zugesagt!

Nachweislich wurde bereits ab dem Jahr 1318 kurz nach Ostern ein Markt abgehalten, der jedoch nach einigen Jahren wieder verschwand. Als eigentliches Geburtsjahr des Ostermarktes gilt 1424. In diesem Jahr erhielt die Stadt Nürnberg erstmals das Recht, einen Markt durchzuführen. Anlass war die Überlassung und Vorführung der Reichskleinodien, ein Ritual, das viele Besucher anzog. Mit der Reformation wurden die sogenannten "Heiltumsweisungen" eingestellt, der Markt aber blieb bis heute bestehen. Im Laufe der Jahre wechselte öfter der Standort, auf dem Hauptmarkt selbst findet er seit 1968 statt.

Schauen, schlendern, schmecken

Spargeltage"Veronika, der Spargel spriesst..." und wird auf dem Markt frisch verkauft.
Foto: Nürnberger Märkte

Mit dem länger- und wärmer werden der Tage, locken noch weitere Märkte in die Altstadt. Unter dem Motto "Italien zu Gast in Nürnberg" präsentieren sich vom 23. April bis 2. Mai 2010 der Venezianische Markt, der sein zehnjähriges Bestehen feiert, und der Veroneser Markt, der zum dritten Mal stattfindet, erstmals gemeinsam. Zusätzlich stellt die Italienische Zentrale für Tourismus (ENIT) Italiens Regionen vor. Beim Venezianischen Markt reicht das Angebot von kunstvollen venezianischen Masken, über Kunsthandwerk wie Glas, Perlen, Kostüme, bis hin zu kulinarischen Leckerein wie Pasta, Antipasti und Wein. Das Bühnenprogramm mit italienischen Künstlern und die Straßenmusiker bringen italienischen Flair. Dazu gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm unter anderem mit Maskenumzügen, Musik und Gondelfahrten auf der Pegnitz.

Der beliebte Töpfermarkt findet dieses Jahr am 1. und 2. Mai von 10 bis 18 Uhr auf dem Hauptmarkt statt. Rund 30, überwiegend fränkische Töpfer und Keramiker stellen ihre Waren aus. Wer qualitativ hochwertige Produkte sucht, ist hier richtig: alle Aussteller besitzen eine fundierte Ausbildung und bestreiten ihren Lebensunterhalt mit dem Herstellen und Verkaufen von Keramik. Es folgen die Spargeltage vom 13. bis 16. Mai 2010. Sie sind dem "weißen Gold" gewidmet, das im Knoblauchsland vor den Toren Nürnbergs angebaut wird. Nürnberger Gastronomen und Marktleute bieten die kulinarische Spezialität bei den Spargeltagen in köstlichen Zubereitungsarten an. Und wer Geschmack an Frankreichs Lebensart findet, besucht den Französischen Markt vom 20. bis 22. Mai auf dem Lorenzer Platz.

Trempelmarkt: der größte in Deutschland

Foto TrempelmarktSchatz oder Schrott? Der Trempelmarkt zeigt's.
Foto: Nürnberger Märkte

Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Trempelmarkt, Deutschlands größter Flohmarkt. Zentrum der Trempler ist der Hauptmarkt, aber bei etwa 4000 Profi- und Laienhändlern gibt es auch in den benachbarten Straßen viel interessanten Trödel, noble Antiquitäten ebenso wie "Graffel". Seit 2009 können auch für den Trempelmarkt alle, die etwas anbieten wollen, bequem am PC einen Platz aussuchen, buchen und die dazugehörende Karte ausdrucken. Erstmals für den Trempelmarkt am 7. und 8. Mai ist auch der Kartenvorverkauf online möglich. Er hat am 1. März begonnen. Über www.eventimet.de kann also bereits online gebucht werden. Trempelordnung, Gebühren, den Link zur Kartenbestellung und alle weiteren Informationen gibt es unter www.nuernbergermaerkte. de. Wer persönliche Beratung vorzieht, kann bei der Vorverkaufsstelle der Kulturinformation im Künstlerhaus, Königstr. 93 (Mo - Fr 9.00 - 19.00 und Sa 9.00 - 16.00 Uhr) eine Trempelfläche aussuchen und die Platzkarte dazu gleich mitnehmen. Neben den reservierten Flächen gibt es natürlich auch künftig frei zugängliche Flächen, die zum Beginn des Trempelmarktes am Freitag ab 15.00 Uhr eingenommen werden können. Die Gebühren für diese Flächen werden vom Aufsichtspersonal kassiert. Für Kinder gibt es kostenlose Verkaufsflächen, auf denen sie ihr altes Spielzeug verkaufen können.

Bei dem bunten Angebotsfächer ist eindeutig: Der Winter ist definitiv vorbei. Jetzt ist Frühlingszeit, ist Marktzeit, ist Altstadtzeit.

Über die Suche nach dem Frühling

Ich wandere den ganzen Tag, um den Frühling zu suchen und meine Schuhe gehen kaputt. Am Abend habe ich den Frühling noch nicht gefunden. Ich kehre heim und sehe eine Kirschblüte in meinem Garten. Der Frühling ist da.
Aus China

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